Ludwik Fleck – Theorie

Zur Theorie der Denkstile und Denkkollektive von Ludwik Fleck
von Roland Brühe und Sabine Theis [0]

1. Denkstile: Konstruktivistisches, historisch und sozial geprägtes Erkennen

Flecks wissenschaftstheoretische Auseinandersetzungen kreisen um die Frage, was eine Tatsache ist, wie sie entsteht und wer für ihre Existenz verantwortlich ist. Dabei macht er sich seine Gedanken als Mediziner. Er sieht, dass bei der Betrachtung von Krankheitsbildern die Zeit einen wesentlichen, zu betrachtenden Faktor darstellt. So ist der menschliche Körper ein Organismus, der sich im Laufe der Zeit verändert. Gleichsam haben Krankheiten einen Anfang, durchlaufen Veränderungen in der Zeit und führen so zu unterschiedlichen klinischen Ausprägungen. Das Eingreifen durch die Medizin verändert diese Prozesse wiederum. Somit ist das Beschreiben eines Krankheitsbildes abhängig vom Zeitpunkt des Betrachtens sowie von der Auswahl der Kriterien, die die beschreibende Person für wesentlich hält. Fleck spricht hier vom „Gestaltsehen“. Die Aspekte, auf die sich ein Betrachter stützt, stellen eine Auswahl einer immensen Zahl von möglichen Aspekten dar. So beschreibt Fleck das Mikroskop als ein Produkt, das eine solche Aspektauswahl manifestiert, da es nur begrenzte Betrachtungsmöglichkeiten zulässt. Es ist aus einer bestimmten Denkweise heraus entstanden, die nur diese und nicht jene Beobachtungskriterien als wesentlich erachtet. [1] Fleck spricht dabei von einem stilgerechten Sehen, ein Sehen, das aus einem spezifischen Denkstil entsteht. Ein Denkstil ist somit „als gerichtetes Wahrnehmen, mit entsprechendem gedanklichen und sachlichen Verarbeiten des Wahrgenommenen“ [2] zu definieren. Mit diesen Gedanken widerspricht Fleck einer Sichtweise, die Tatsachen oder Entdeckungen als ein Produkt logisch zusammengesetzten Teilwissens betrachtet. Gleichzeitig führt dies dazu, dass es keine absolute Wahrheit geben kann, sie ist vielmehr immer relativ. Die Wahrheit ist abhängig von denjenigen, die aus einem bestimmten Denkstil heraus etwas sehen und aussagen. Fleck kann somit als ein Wegbereiter des konstruktivistischen Denkens in der Wissenschaftstheorie bezeichnet werden [3].

Anhand mehrerer Beispiele legt Fleck dar, dass Begriffe durch sog. Urideen (oder Präideen) geprägt sind. Diese sind historisch gewachsene Ansichten oder Phänomenbeschreibungen, die auf aktuelle Begriffsbestimmungen Einfluss haben. So integriert die Entwicklung der Wassermann-Reaktion zur Diagnose der Syphilis die Sichtweise des „verunreinigten Blutes“ der Syphilitiker aus der „Säftelehre“ und den Aspekt der Sündhaftigkeit des Geschlechtsverkehrs („Lustseuche“). Urideen sind nicht bewusst, prägen aber Entwicklungen, wie sie in der Wissenschaft geschehen. Ein weiterer beeinflussender Faktor ist das Wissensspektrum einer Denkgemeinschaft. Fleck spricht hier von einem „Denkkollektiv“ als einer „Gemeinschaft der Menschen, die im Gedankenaustausch oder in gedanklicher Wechselwirkung stehen“. [4] Er stellt fest, dass Entdeckungen auf dem Tatsachenfundus beruhen, den ein bestimmter Denkstil in einem Denkkollektiv im Laufe seiner Existenz angesammelt hat. Das Denkkollektiv ist somit „Träger geschichtlicher Entwicklung eines Denkgebietes, eines bestimmten Wissensbestandes und Kulturstandes, also eines besonderen Denkstiles“. [5] Ein Forscher entdeckt in diesem Sinne nicht etwas Neues, sondern reorganisiert das vorhandene Wissen. Dieses ist möglich durch den Denkverkehr innerhalb eines Denkkollektivs. Entdeckungen sind für eine Einzelperson damit unmöglich, sie können nur in Gemeinschaft entstehen. Dabei muss es sich nicht um die körperliche Nähe verschiedener Mitglieder eines Denkkollektivs handeln, der Denkverkehr ist auch über andere Kommunikationswege möglich (verbal, schriftlich). In diesem Sinne ist nicht ein bestimmter Mensch für eine Entdeckung verantwortlich, sondern ein Denkkollektiv. Durch diese Aussagen führt Fleck in die Erkenntnistheorie das historische und soziologische Element ein.

2. Denkkollektive: Organisiertheit von Meinungssystemen

Das Konzept des Denkkollektivs als Sammelbecken für Menschen mit einem bestimmten Denkstil bildet den soziologischen Kern der Fleckschen Theorie. Fleck bezieht dieses Konzept nicht nur auf Wissenschaften (wie es Thomas S. Kuhn in seiner Paradigmentheorie tut [6]) sondern auch auf die Alltagswelt. Jeder Mensch „gehört eben mehreren Denkkollektiven an“ [7]. Dies kann z.B. ein naturwissenschaftliches und gleichzeitig ein religiöses sein. Mit dieser Aussage macht Fleck die Dimension seiner Theorie deutlich. Sie bezieht sich auf sämtliches von Menschen generiertes und von ihnen als Wahrheit akzeptiertes Wissen. Gleichzeitig wird damit deutlich, wie „neues Wissen“ entstehen kann, nämlich durch den Kontakt von Begrifflichkeiten verschiedener Denkstile. Selbst wenn Angehörige verschiedener Denkstile den gleichen Begriff gebrauchen, wird die Konnotation jeweils unterschiedlich sein (auch bei einer gemeinsamen Denotation). Gemeinsam wird über einen Aspekt gesprochen, dabei entstehen jedoch „Missverständnisse“, da durch das stilgemäße Gestaltsehen die Nuancen des Verständnisses jeweils unterschiedlich sind. Zudem ist es selbst beim Gespräch von Angehörigen desselben Denkkollektivs möglich, dass sich die Bedeutung eines Begriffs unmerklich verschiebt. Diese Missverständnisse und Begriffsverschiebungen sind von Bedeutung für das Weiterentwickeln von Gedanken, wie unten noch dargestellt werden soll.

Denkkollektive weisen eine bestimmte Organisationsstruktur auf. Fleck unterscheidet einen esoterischen (inneren) und einen exoterischen (äußeren) Kreis. Dabei entspricht der esoterische Kreis der Elite eines Denkkollektivs. Dies sind die „Eingeweihten“, die für das Fortentwickeln des Wissensbestandes durch Diskussion und Veröffentlichungen von Bedeutung sind. Entsprechend gehören relativ wenige Personen diesem Kreis an. Im Gegensatz dazu bildet die Mehrheit eines Denkkollektivs den exoterischen Kreis. Hierzu gehören die Laien und die MitläuferInnen. Sie haben ihre Bedeutung in der Annahme des vom esoterischen Kreis veröffentlichten Wissens und in dessen Bewertung. Fleck bringt mehrere Beispiele für die Organisiertheit verschiedener Denkkollektive, z.B. des wissenschaftlichen [8] oder des Modedenkkollektivs [9].

Denkkollektive können von unterschiedlicher Beständigkeit sein (zeitweilig oder beständig). [10] Ihre Größe [11] kann ebenfalls variieren, wobei es ein kleines Kollektiv nie zu einer solchen Größe wie z.B. die „Denkgesellschaft der Naturwissenschaftler“ bringen kann. Auf der anderen Seite kann „die Größe eines Kollektivs jedoch zur Ursache seines Zerfalls“ werden aufgrund einer „Differenzierung in einige kleinere Kollektive“ [12]. Beständige Denkkollektive weisen daneben ein Streben nach Abgrenzung auf. Durch Gewohnheiten und Statuten wird die Aufnahme in ein Denkkollektiv zu etwas Besonderem erklärt, besondere Begriffe eines Denkkollektivs grenzen zu anderen ab. Von Bedeutung ist dabei, dass zur Aufnahme in ein Denkkollektiv und damit zur Entwicklung eines spezifischen Denkstiles eine „Lehrlingszeit“ notwendig ist, die weniger durch rationale Erläuterungen geprägt ist als vielmehr durch das „Hineinwachsen“ in ein bestimmtes Denken, das durch „eine teils historische, teils anekdotische und dogmatische ‚Einführung’“ [13] ermöglicht wird.

3.  Zirkularität von Wissen: Entstehung einer Tatsache

Ludwik Fleck beginnt das Vorwort seiner Monographie mit der Frage: „Was ist eine Tatsache?“ Als Tatsache sieht er jenes Wissen, das für einen Denkstil unumstößliche Wahrheit bedeutet. Tatsachen stellen „passive Kopplungen“ innerhalb eines Denkkollektivs dar. Sie bringen keine Unruhe in ein Denkkollektiv hinein sondern werden als gegeben und unumstößlich hingenommen. Dagegen sind alle Annahmen und Vermutungen eines Denkkollektivs aktive Kopplungen. Sie müssen diskutiert werden. Es ist das Bestreben eines Denkstils, aktive Kopplungen zu minimieren und sie zu passiven werden zu lassen. [14] Jedoch werden mit jeder neuen Tatsache neue Fragen aufgeworfen. Kurz: Dies stellt den Denkverkehr innerhalb eines Denkkollektivs dar und ermöglicht die Weiterentwicklung des Wissens. „Wahrheit“ ist somit nicht etwas unabhängig Existierendes sondern ein Prozess, der nie abgeschlossen ist und – wie oben aufgezeigt wurde – historisch und sozial bedingt ist. Einen wesentlichen Bestandteil dieses sozialen Prozesses stellt die sog. Beharrungstendenz sozialer Systeme dar. Es ist nicht so, dass jeder neue Gedanke (jede aktive Kopplung) im Denkkollektiv begrüßt wird. Ein Denkkollektiv ist bestrebt, Unruhe zu vermeiden. [15] Die Beharrungstendenz stellt dabei kein passives Geschehen dar, sondern ist vielmehr ein aktiver Prozess. [16]

Wird z.B. durch ein Mitglied des Denkkollektivs B ein Thema mit einem Angehörigen des Denkkollektivs A besprochen, wird dieser die Themenaspekte aus seiner spezifischen, stilgemäßen Wahrnehmung heraus deuten. Gleichzeitig verschiebt sich sein Verständnis des Themas aber unmerklich. Mit diesem veränderten Verständnis tritt er nun in Kontakt mit anderen Mitgliedern des Denkkollektivs A. Im Gespräch oder in der Diskussion bewirkt die Beharrungstendenz nun spezifische Stadien [17] des Umganges mit diesem nicht stilgerechten Gedanken:

  • Ein Widerspruch gegen das System (Denkstil) scheint undenkbar.
  • Was nicht in das System passt, wird nicht gesehen, verschwiegen oder einfach als passend erklärt.
  • Der neue Gedanken wird zur Apotheose oder wird karikiert.
  • Der Gedanke wird assimiliert und trägt – mit neuer, denkstilgerechter Bedeutung – zur Bereicherung und Befruchtung des Denkstils bei.

Somit wird aus einem ursprünglichen Gedanken, der aus dem Kontakt von Angehörigen verschiedener Denkstile entstanden ist, [18] ein neuer Gedanke, der in das System des Denkstils A aufgenommen werden kann. Dieser Kreislauf eines Gedankens ist „grundsätzlich immer mit dessen Umgestaltung verbunden“. [19] So wird der neue Gedanke z.B. in einem wissenschaftlichen Denkkollektiv zunächst im esoterischen Kreis mittels Zeitschriftenveröffentlichungen diskutiert. Durch das „populäre Buch“ erhält der exoterische Kreis Kenntnis von dem neuen Gedanken. Hier wird der Gedanke weiter bewegt. Der esoterische Kreis erhält entsprechende Rückmeldungen. Durch diesen Gedankenzyklus wird vor dem Hintergrund des bestehenden stilgemäßen Gedankengutes, durch die stilgemäße Wahrnehmung der Denkkollektivangehörigen und der Wirkung der Beharrungstendenz ein Assimilationsprozess ermöglicht (oder das Verwerfen des neuen Gedankens). Ziel dieses Prozesses ist es, eine passive Kopplung entstehen zu lassen, wobei der Ursprung des Gedankens entpersonalisiert und nicht mehr mit einem Individuum in Verbindung gebracht wird. [20] In einer Wissenschaft kann der Gedanke nun Einzug in ein Lehrbuch nehmen, das ausschließlich Tatsachen eines Denkstils publiziert und für Fachleute geschrieben ist (die zum exoterischen Kreis eines wissenschaftlichen Denkkollektivs gehören können). Fleck macht mit den genannten Publikationswegen deutlich, dass „den Schichten des wissenschaftlichen Kollektivs (…) besondere Formen wissenschaftlichen Denkens“ [21] entsprechen (Zeitschrift, Lehrbuch, populäres Buch).

Zusammenfassend lässt sich zur „Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv“ sagen, dass Wissen, Tatsachen und Wahrheit durch die Denkstile, die ein Mensch hat, geprägt sind (konstruktivistische Sichtweise), dass durch die Zugehörigkeit zu Denkkollektiven ein entsprechender stilgemäßer Denkzwang besteht (soziologische Sichtweise) und dass die Wissens- und Tatsachenbestände eines Denkstiles/Denkkollektives auf dessen Entwicklung in der Zeit sowie auf Urideen basieren (historische Sichtweise). Damit widerspricht Fleck begründet einer rationalen Perspektive hinsichtlich des Entstehens von Wissens.

4. Rezeption der Theorie

Ludwik Flecks Hauptveröffentlichung 1935 in Basel hatte nur einen geringen Leserkreis, obwohl er sie in deutscher Sprache verfasste. Dies mag daran liegen, dass „die Rezeptionsbedingungen für die Veröffentlichung des unbekannten polnischen Juden 1935 äußerst ungünstig“ waren, wie Lothar Schäfer und Thomas Schnelle in der Einführung der Monographie Flecks schreiben. [22] Es mag sein, dass seine Arbeit für die philosophische Sichtweise jener Zeit zu früh erschien, er also Gedanken formulierte, die noch nicht in Mode waren oder gedacht werden konnten – oder dass aus soziologischer Sicht seine Gedanken zu spät kamen, da sie bereits von anderen ausführlicher dargestellt wurden. [23] Erst mit Erwähnung der Fleckschen Monographie durch Thomas S. Kuhn im Vorwort seines Werkes „Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen“ [24] wurde seine Arbeit international bekannt (und dies, obwohl Kuhn nur das deutschsprachige Exemplar in Händen hielt, so dass er den gesamten Aufbau der Theorie nur schwer überblicken konnte [25]). Häufig wird deshalb das Theoriegebäude Ludwik Flecks im Zusammenhang mit der Paradigma-Theorie Kuhns behandelt. [26] Baldamus machte mit einem Artikel in der Monographie „The Structure of Sociological Inference“ von 1976 noch einmal explizit auf die Monographie aufmerksam. [27] Im deutschsprachigen Raum widmete sich vor allem Thomas Schnelle dem Leben und Werk Flecks. Für seine Dissertation [28] nahm er Kontakt mit Zeitzeugen Flecks auf und übersetzte seine polnischsprachigen wissenschaftstheoretischen Artikel ins Deutsche. Dadurch wurde eine wissenschaftliche Diskussion ermöglicht, die noch heute auf die Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv Ludwik Flecks zurückgreift. Beispiele dafür sind z.B. die Tagung „Between constructivism and realism: The legacy of Ludwik Fleck“ (3. – 4. Juni 2002 im Wissenschaftsforum Berlin) und der Workshop „Denkstilkontroversen“ im Rahmen der Ausstellung „… was überhaupt möglich ist – Zugänge zum Leben und Denken Ludwig Flecks im Labor der Moderne“ (4. – 5. Juni 2004 am Collegium Helveticum der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich). Es existieren zahlreiche Darstellungen Flecks epistemologischer Arbeit [29] sowie kritische Auseinandersetzungen mit seinen wissenschaftstheoretischen Überlegungen [30]. Die einst wenig beachtete Arbeit Ludwik Flecks hat eine kontinuierliche Aufnahme in wissenschaftliche Diskussionen gefunden.


[0] Dieser Text ist ein Auszug aus: Brühe, Roland; Theis, Sabine: Denkstile und professioneller Pflegeprozess. Saarbrücken 2008

[1] vgl. Fleck, Ludwik: Erfahrung und Tatsache. Gesammelte Aufsätze. Frankfurt am Main 1983: S. 122 f., 160, 164

[2] Fleck, Ludwik: Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache. 4. Auflage. Frankfurt am Main 1999: S. 130

[3] vgl. Coniglione, Francesco. Internet: http://www.fmag.unict.it/~polphil/PolPhil/Fleck/Fleck.html (Aufruf 23.10.2010); Löwy, Ilana: The Scientific Roots of Constructivist Epistemologies: Hélène Metzger and Ludwik Fleck. In: Freudenthal, Gad: Studies on Hélène Metzger. Paris 1988. S. 219-235

[4] Fleck 1999: S. 54

[5] Fleck 1999: S. 54 f.

[6] vgl. Kuhn, Thomas S.: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. 2. Auflage, Frankfurt am Main 1976

[7] Fleck 1999: S. 61

[8] vgl. Fleck 1983: S. 117 ff.

[9] vgl. Fleck 1983: S. 116

[10] vgl. Fleck 1983: S. 108 f.

[11] vgl. Fleck 1983: S. 116

[12] Fleck 1983: S. 116

[13] Fleck 1983: S. 111 (für die Wissenschaft vgl. Fleck 1983: S. 119)

[14] vgl. Fleck 1999: S. 56, 124

[15] vgl. Fleck 1999: S. 40

[16] vgl. Fleck 1999: S. 40

[17] vgl. Fleck 1999: S. 40; Fleck 1983: S. 95

[18] Neben dieser Möglichkeit existieren noch zwei weitere Quellen für den Einzug eines neuen Gedankens in ein Denkkollektiv: „1) Die vorgeschichtliche Ideogenese aus der Zeit des Anfang des Stils, aus der Zeit, als sich der Stil als Variante eines anderen Stils abspaltete. Hierher gehören die Urideen. 2) Veränderungen, hervorgerufen durch die dauernde Gedankenwanderung im Kollektiv, diktiert durch die im Kollektiv wirkenden Kräfte: Stilisierung, Systematisierung, Legitimierung, Widerstand, Denkrevolutionen.“ (Fleck 1983: S. 114)

[19] Fleck 1983: S. 92

[20] vgl. Fleck 1983: S. 96

[21] Fleck 1983: S. 120

[22] vgl. Fleck 1999: S. XLV; siehe auch Thaddeus J. Trenn im Vorwort zur englischsprachigen Ausgabe: Fleck, Ludwik: Genesis and Development of a Scientific Fact. Chicago, London 1979, S. XVII

[23] vgl. Wettersten, John: The Fleck Affair: Fashions versus Heritage. In: Inquiry 34, 1991. S. 475-498

[24] Kuhn 1976 (Erstveröffentlichung in englischer Sprache 1962): S. 8

[25] vgl. Wettersten 1991

[26] z.B. Wettersten 1991; Häußling, Ansgar: Wissenschaft und Pluralität. Zur Erfahrung wissenschaftshistorischer Mobilität bei Ludwik Fleck und Thomas S. Kuhn. Mainz 1993 (unveröff. Vortragsmanuskript der Johannes Gutenberg-Universität); Winneke, Stefan: Ludwik Fleck – Zur Wirkung eines Wirkungslosen. In: Albrecht, Helmuth: Naturwissenschaft und Technik in der Geschichte. 25 Jahre Lehrstuhl für Geschichte der Naturwissenschaft und Technik am Historischen Institut der Universität Stuttgart. Stuttgart 1993

[27] vgl. Schäfer und Schnelle in: Fleck 1999, S. XLVI f.

[28] Schnelle, Thomas: Ludwik Fleck – Leben und Denken. Zur Entstehung und Entwicklung des soziologischen Denkstils in der Wissenschaftsphilosophie. Freiburg im Breisgau 1982

[29] z.B. Löwy, Ilana: The Polish school of philosophy of medicine from Tytus Chalubinski (1820-1889) to Ludwik Fleck (1896-1961). Dordrecht u.a. 1990; Schnelle 1982; Cackowski, Zdislaw: Ludwik Fleck’s epistemology. In: Dialectics and Humanism. 3/1982, S. 11-23

[30] z.B. Neumann, Josef: Der historisch-soziale Ansatz medizinischer Wissenschaftstheorie von Ludwik Fleck (1896-1961). In: Sudhoffs Archiv 1/1989. S. 12-24; Wettersten 1991