Seidentofu-Pfirsich-Gläschen

Desserts sind eine wunderbare Sache – wenn da nicht der Zucker wäre. Den versuche ich, möglichst zu vermeiden oder sehr reduziert in lediglich ausgewählten Momenten über besondere Genussspeisen zu mir zu nehmen. Da kam es neulich gerade richtig, dass die Zeitschrift eathealthy in einem Instagram-Post an ein Dessertrezept mit Pfirsich erinnerte. „Habt Ihr auch schon mit Seidentofu experimentiert?“ wurde im Post gefragt. Meine Lust auf ein fruchtiges Dessert war wieder da und experimentierfreudig wurde ich beim Lesen auch. Also holte ich mir die Ausgabe (4/2018) wieder hervor und schlug das Rezept auf.

Von den nur wenigen Zutaten hatte ich mit zweien noch gar nicht gearbeitet. Altbekannt waren die Pfirsiche, von denen ich mir zwei reife Exemplare besorgte. Ahornsirup war nicht mehr im Hause und kam auf die Einkaufsliste; die letzte Flasche mussten wir vor einiger Zeit entsorgen, da sie bzw. der Sirup aufgrund Nichtbenutzens zu alt geworden war. Auf die Einkaufsliste kam auch Seidentofu, mit dem ich mich noch nicht auskannte. Mein Lieblingssupermarkt hatte lediglich normalen Tofu; eine schnelle Recherche im Internet ergab, dass der Seidentofu viel weicher und mit normalem Tofu, der ja gepresst wird, nicht zu vergleichen sei. Die vom Rezept geforderten Chiasamen stellen das zweite Produkt für die Einkaufsliste dar, das mir noch unbekannt war. Lustigerweise hatte ein paar Tage später eine Kandidatin in der Sendung Die Küchenschlacht mit Chiasamen ein Dessert zubereitet; so wusste ich schon einmal in einer ersten Anschauung, wie die Optik und Konsistenz sich verhalten könnten.

Eine weitere Zutat sollten ein paar Zweige Zitronenmelisse sein. Die hat zwar gerade (beginnende) Saison, mein Lieblingssupermarkt führte das Kraut jedoch nicht. Wegen ein paar Blättern wollte ich nun keine Einkaufsodyssee unternehmen. Nach ein paar Tipps von meinem Freund entschied ich mich, als Alternative etwas von der Pfefferminze zu nehmen, die auf unserem Balkon wächst und etwas Abrieb von Zitronenschale. Zuletzt fordert das Rezept etwas gemahlene Vanille. Hier gab es ebenfalls Beschaffungsprobleme, so dass ich mich für die Verwendung von etwas Vanillemark entschied (die Schote bewahre ich noch auf für eine spätere, aromatisierende Verwendung).

Nachdem ich also alle Zutaten zusammen hatte, konnte das Ausprobieren losgehen. Die Zubereitung selbst erwies sich als äußerst simpel. Die Pfirsiche wurden geviertelt und entkernt. Zwei Spalten schnitt ich ab und bewahrte sie für die Dekoration auf, der Rest wurde in grobe Würfel geschnitten und in ein hohes Gefäß gegeben. Der Seidentofu zeigte sich mir in einer interessanten, wabbeligen Konsistenz, die ich für das Vorhaben als passend einschätzte. 160 g davon kamen ebenfalls in das Gefäß. Dazu kamen noch 1 Esslöffel Chiasamen und 2 Esslöffel Ahornsirup. Diese Masse wurde nun mit dem Pürierstab püriert, so dass eine Creme mit schöner, gleichmäßiger Konsistenz entstand. Nach einem erstem Abschmecken gab ich noch etwas Ahornsirup hinzu, es sollte für meinen Geschmack insgesamt eine dezente Süßung erfolgen.

Vier mittelgroße Blätter Pfefferminze habe ich noch kleingehackt und mit dem Abrieb von der Schale einer halben Zitrone zu der Creme gegeben. Außerdem habe ich das Mark vom Viertel einer Vanilleschote dazu getan und alles mit einem Löffel verrührt.

Von der Menge her sieht das Rezept zwei Portionen vor; bei zurückhaltenden Essern reicht es sicherlich auch für drei Portionen. Ich habe zwei schöne Rezeptgläser von Nespresso genommen, die ich sonst für meinen Latte Macchiato verwende. Sie sind schön griffig, dickwandig und nehmen genau die richtige Menge der Creme auf. So kann ich hinterher noch etwas Garnitur draufgeben, ohne dass das Glas überfüllt wirkt. Die beiden Gläser kamen nun in den Kühlschrank. Laut Rezept reichen 15 Minuten Kälteschrank. Bis ich nach dem Abendessen eines davon ergriff, sind zwei Stunden vergangen.

Das war ein guter Zeitraum. Der Geschmack der Creme hatte sich in dieser Zeit intensiver entfaltet. Mit einer Pfirsichspalte und etwas Minze garniert, stellte ich mir das Glas auf den Tisch. Beim Kosten war die Fruchtigkeit durch den Pfirsich und die Cremigkeit durch den Seidentofu deutlich zu schmecken. Die übrigen Zutaten entwickelten eine homogene Aromatik, so dass die Tofu-Pfirisch-Creme eine schöne Süße zeigte, ohne knackig süß zu sein. Das leicht süßliche Fruchtaroma war im Vordergrund. Schlussendlich: Ein leckeres, leichtes Dessert für den Sommer auf dem Balkon.

Ein einfacher Instagram-Post bewirkte also eine Experimentierlust für ein Rezept, das ich beim ersten Lesen der Zeitschrift eigentlich überlesen hatte. Da wäre mir echt etwas entgangen. Und für Gäste werde ich dieses Rezept auf jeden Fall auch einmal zubereiten, damit ihnen nicht auch etwas entgeht.

Welche Erfahrungen habt Ihr mit Seidentofu gemacht?

Ausprobiert für die Feierabendküche: Gurkensalat und Pasta mit Fleischbällchen

Ob ein Menü für die Feierabendküche tauglich ist, lässt sich entweder nach Feierabend unter realen Bedingungen feststellen – oder beim Ausprobieren am Wochenende ohne Zeitdruck. Für letztere Variante entschied ich mich neulich, als ich zwei Gerichte aus einer Kochzeitschrift erstmals zubereiten wollte.

Eine Reihe von Rezepten in der aktuellen Ausgabe der essen & trinken (Ausgabe 7/2018) sind als One-Pot-Meals ausgelegt; es wird also alles in einem Topf gekocht. Angesprochen haben mich dabei besonders die Casarecce mit Erbsen und Fleischbällchen: Würzige Hackbällchen mit Erbsen und Nudeln in einem Sud aus Tomaten und Hühnerbrühe. Für die Vorspeise war ein Gurkensalat mit Avocado und Hüttenkäse vorgesehen. Das Rezept für diesen Salat entstammt derselben Ausgabe der Kochzeitschrift und lustigerweise hatte mein Freund am Tag vorher alle Zutaten hierfür bereits im Bioladen gekauft, weil er Lust auf den Salat hatte. Die hatte ich glücklicherweise auch.

Zuerst machte ich mich an die Hackbällchen. Beim Metzger hatte ich dafür 250 g Hack halb und halb gekauft; das Schöne bei meinem Metzger ist, dass das Hack dann wirklich aus Schweine- und Rinderhack zusammengestellt wird und nicht bereits – wie beim Metzger meines Supermarkts – die Mischung bereits vorangefertigt in der Theke liegt. Für die Würzung der Hackmasse zerstieß ich einen Teelöffel Fenchelsaat, einen halben Teelöffel schwarze Pfefferkörner und etwas Maldon Sea Salt im Mörser. Ich hätte auch die alte elektrische Kaffeemühle nehmen können, die inzwischen nur noch für Gewürze betrieben wird, ich wollte aber ein Gefühl für den Grad des Zerkleinerns behalten. Anschließend gab ich die ungefähre Menge eines gehäuften Teelöffels getrockneten Majorans hinzu. Das Hackfleisch wurde nun mit dieser Gewürzmischung vermengt. Dafür ziehe ich mir immer einen Einmalhandschuh an, da ich das lieber mit der Hand als mit einem Rührinstrument mache. Aus der vermengten Masse formte ich kleine Bällchen. Sie sollten eine Größe haben, um sie auf dem Teller nicht durchschneiden zu müssen und damit sie beim späteren Garen in der Flüssigkeit gut durch sind. Als Hilfsmittel nahm ich einen Esslöffel; ein ca. halb voller war eine gute Menge für das Formen der Bällchen. Sie wurden auf einem Teller beiseite gestellt. Die vom Rezept geforderte Schalotte war bei mir eine große rote Frühlingszwiebel, die noch übrig war. Sie schnitt ich in feine Ringe. So war ich erstmal vorbereitet.

Bevor ich mit der Zubereitung des Hauptgerichts auf dem Herd begann, stellte ich erst einmal die Vorspeise her. Dreiviertel einer Salatgurke habe ich dafür in feine Scheiben gehobelt. Gerne nehme ich dafür auch den Kitchenaid-Hobelaufsatz, der macht mir für diese Zwecke allerdings zu dicke Scheiben. Das Fleisch von einer Avocado habe ich in grobe Würfel geschnitten (die vorhandene Avocado aus dem Bioladen erwies sich leider als faul; mein Freund musste deshalb nochmal schnell losradeln, um eine neue Frucht zu kaufen, sonst hätte es die Vorspeise nicht geben können). Aus jeweils einem Esslöffel süßen Senf, Essig und Rapsöl stellte ich eine Vinaigrette her, die natürlich mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt wurde. Es folgte die Vereinigung der Gurken mit der Vinaigrette und das vorsichtige Unterheben der Avocadostücke (sie waren ja recht weich). Diese Melange drapierte ich auf Tellern, gab etwas Hüttenkäse darauf und verteilte Gartenkresse in der Menge eines halben Beetes darüber. Die Geschmackskombination, die sich im Mund eröffnete, war überraschend und lecker! Hätten wir einen Marken-Hüttenkäse gehabt und nicht den (fälschlicherweise eingepackten) „körnigen Frischkäse“ der Discountermarke, wäre der ohnehin schon tolle Geschmack durch die Salzigkeit und Körnigkeit des richtigen Hüttenkäses sicherlich noch gesteigert worden.

Nachdem der Gurkensalat verzehrt war, nahm ich den einen Topf für das Kochen. Es war ein Schmortopf. Das Rezept empfahl sogar den Durchmesser, nämlich 24 cm; dies stellte sich später als sinnvolle Angabe heraus.

In etwas heißem Rapsöl wurden zunächst die Hackbällchen rundherum kräftig angebraten. Auf Stufe 7 meines Induktionsherdes ging das recht gut, so dass sie eine schöne braune Farbe annahmen. Dann gab ich die Frühlingszwiebelringe hinzu und schmorte sie bei mittlerer Hitze ein wenig mit. Abgelöscht wurde das Ganze mit einem trockenen Rotwein; wir hatten für solche Zwecke noch einen Merlot herumstehen. Das Rezept empfahl 60 ml, ich gab eine gefühlte gute Menge hinein. Der Rotwein kochte nahezu vollständig ein. (Hier erwies sich die Topfgröße übrigens als sinnvoll, da die Fläche zum Einkochen der Flüssigkeit ausreichend groß war; auch die Hackbällchen hatten vorher ausreichend Platz zum Braten.) Anschließend kamen eine kleine Dose gehackte Tomaten, etwas Zucker für die Säureabmilderung, zwei Lorbeerblätter (ich hatte leider nur getrocknete zur Hand, die jedoch aromatisch waren) und kurz vorher zubereitete 600 ml Hühnerbrühe in den Topf. Das kochte erst einmal auf. Danach gab ich 200 g Erbsen hinein. Das Rezept gab frische Erbsen vor, die bekam ich erstaunlicherweise (es ist ja Saison) nicht bei meinem eigentlich gut sortierten Supermarkt, so dass ich Tiefkühlware (die auch gut ist) verwendete. TK-Erbsen werden unaufgetaut verarbeitet, so dass ich sie in die kochende Flüssigkeit gab und abwartete, dass sie erneut zu kochen begann. Erst dann kamen 250 g Makkaroni hinzu (die eigentlich vorgesehenen Casarecce bekam ich ebenfalls nicht beim Einkauf).

Bei mittlerer Hitze köchelte alles ca. zehn Minuten vor sich hin. Erstaunlicherweise waren die Nudeln dann gar; ich vermutete, dass sie länger brauchen würden als beim Kochen in Salzwasser, hier lag ich falsch. Mit etwas Sojasauce und Salz schmeckte ich das Gericht ab und servierte es auf Tellern, abschließend garniert mit Basilikumblättern. Frisch gehobelten Pecorino tat sich dann jeder selbst über das Essen streuen. Der Käse ist übrigens auch der passende für dieses Gericht, Parmesan wäre nicht so gut geeignet. Das One-Pot-Meal erwies sich als überaus köstlich!

Sind die beiden Gerichte nun geeignet für die Alltagsküche? Für die erstmalige Zubereitung konnte ich mir hier ja Zeit lassen. Die Antwort lautet: Ja, sie sind sehr geeignet für das Zubereiten am Feierabend. Der Gurkensalat sowieso; da kocht ja nichts, da wird geschnitten, gerührt und drapiert. Das Ein-Topf-Gericht ist aber auch sehr schnell zubereitet. Wenn die Hackbällchen, die Zwiebeln und die Hühnerbrühe vorbereitet sind (ich würde aus Zeitgründen auch immer TK-Erbsen verwenden), ist alles andere lediglich abhängig von der Dauer des Aufkochens, Einkochens und Garens. In einer Stunde ist die Sache auf jeden Fall durch.

Ganz nebenbei hat die rezeptegebende Kochzeitschrift, die wir nach längerer Zeit mal wieder gekauft hatten, alleine durch diese schönen und realistischen Rezepte deutlich für sich geworben.

Kartoffelsalat!

Es sollte mal wieder Kartoffelsalat geben. Da kam die Idee, die Friteuse vor dem Wechsel des Rapsöls mit etwas Paniertem anzuwerfen, gerade recht. Zum Backhendl gibt es fast nichts Passenderes als eben Kartoffelsalat.

Da ich in unserem Haushalt der Kartoffelsalatbeauftragte bin, fiel mir die Aufgabe des Kartoffelsalatherstellens an jenem Sonntag zu. Ich habe vor etlichen Jahren ein Rezept entdeckt, mit dem mir der – zumindest in meinen Augen – nahezu perfekte Kartoffelsalat gelingt. Es war eine Ausgabe der Zeitschrift essen & trinken im Jahr 2003, die einen Grundkurs für das Herstellen von Kartoffelsalat enthielt. Und die dort dargebotene Vorgehensweise ist nicht nur einfach, sondern genial. Zum einen hat der Salat einen leichten Charakter, da er mit Essig und Öl gemacht wird. Meine Mutter machte ihn schon immer auf diese Weise; mit der fetten, mayonnaisigen Version des Rheinlands bin ich nie gut Freund geworden. Es wird auch kein Speck verwendet, was den leichten Charakter unterstützt. Zum anderen bietet das Rezept neben der Grundzubereitung – die schon für sich lecker ist – mehrere Variationen. Damit kann der Kartoffelsalat durch wenige weitere Zutaten lecker aufgepeppt werden. Kurzum: Es spricht in meinen Augen vieles dafür, diesem Rezept treu zu bleiben.

Wie ist nun konkret vorzugehen? Ein Kilo Kartoffeln wird mit Schale in einem Topf mit gesalzenem Wasser und zwei Lorbeerblättern gar gekocht. Sie sollten nicht zu weich sein, aber natürlich nicht mehr bissfest. Meistens sind 20 Minuten ausreichend; ob es passt, teste ich mit dem Dreizack. Ich verwende eine festkochende Kartoffelsorte. Laut Rezept sollen es kleine Exemplare sein, damit die Scheiben nicht zu groß sind und die Vhance haben, beim Umrühren ganz zu bleiben. Damit es nicht allzu viel Pellarbeit wird, nehme ich mittelgroße Kartoffeln, die aber einen eher nicht so großen Durchmesser haben, so dass ich letztlich zu passenden kleinen Scheiben komme.

Während die Kartoffeln kochen, bereite ich die Vinaigrette zu. Dazu schneide ich zwei Zwiebeln (ca. 100 g) in feine Würfel und gebe diese in eine Schale. Nun koche ich 150 ml Wasser auf, in das ich nicht zu wenig Salz gegeben habe. Das kochende Wasser gieße ich über die Zwiebeln. Nun kommen nach Rezept 8 Esslöffel Weißweinessig und ebensoviel Öl (ich verwende Rapsöl) dazu. Da ich gerne Messlöffel verwende, die die offizielle Esslöffeleinheit von 15 ml abmessen, gebe ich eher 7 dieser Löffel Essig hinein, damit es nicht zu sauer wird. Beim Öl muss man nicht sparen und ich verwende auch 8 dieser Löffel dafür.

Nachdem die Kartoffeln fertig gekocht sind, abgegossen wurden und abgedampft haben, pelle ich sie. Ein paar gepellte lege ich erstmal auf das Brett, bevor ich sie in möglichst dünne Scheiben schneide und in die Schüssel mit der Vinaigrette fallen lasse. Sie müssen schon ein klein wenig abkühlen. Meine Finger halten zwar relativ gut Hitze aus, für das Anfassen zum Schneiden sind sie mir aber zu heiß, wenn sie direkt aus dem Topf kommen. Zum Pellen mit dem Schälmesser verwende ich den Dreizack, mit dem ich die Kartoffel zu diesem Zweck schön halten kann. Dieser ist aber für das Schneiden ungünstig, zumindest kann ich ihn dafür nicht gut verwenden.

Für unser Backhendl habe ich den Salat vor dem Servieren noch etwas ergänzt. Eine Salatgurke habe ich streifig geschält und in feine Scheiben gehobelt. Diese habe ich gesalzen und eine halbe Stunde stehen lassen. Dill habe ich nun noch feingehackt. Das Rezept geht von einem halben Bund aus. Die Menge der im Supermarkt gekauften, bereits fertig geschnittenen Variante im Schälchen nutzte ich vollständig. Nachdem die Gurkenscheiben entwässert sind, habe ich portionsweise in meiner Hand das Wasser ausgedrückt und die Scheiben zum Salat gegeben. Gemeinsam mit dem Dill vermengte ich alles sorgsam mit dem Schaber und prüfte nochmal den Salzgehalt.

Ok, das waren jetzt viele Worte zum Vorgehen. Aber eigentlich ist der Salat wirklich schnell gemacht. Er braucht halt lediglich etwas Zeit zum Ziehen.

Den Rest des Salates bewahre ich im Kühlschrank auf. In den nächsten Tagen wird er noch besser schmecken und gibt einen leckeren Snack ab.

Wie macht Ihr Euren Kartoffelsalat am liebesten?

Tomatensauce für den Feierabend

Spaghetti mit Tomatensauce ist ein Klassiker für den Feierabend, ist das Glas mit der Sauce doch schnell aufgemacht und sind die Nudeln schnell gekocht. Etwas anders sieht es aus, wenn man die Sauce selbst herstellen will. Eine schmackhafte Tomatensauce – so heißt es – müsse über Stunden köcheln. Dies mag für die Gourmet-Wochenendküche gelten, soviel Zeit ist natürlich am frühen Abend eines Werktages nicht. Das rettende Rezept kam für mich vor mehreren Jahren von Christian Rach. Der durch seine Sendung „Rach, der Restauranttester“ bekannt gewordene Koch zeigte in einer Folge die Zubereitung einer einfachen, relativ rasch herzustellenden Tomatensauce. Seinerzeit war das Rezept auch auf seiner Homepage abrufbar. Diese Tomatensauce ermöglicht uns einen selbst gefertigten Genuss, mit dem gekaufte Saucen nicht mithalten können.

Wir wollten also wieder einmal Spaghetti mit Tomatensauce essen. Und da insgesamt nicht so viel Zeit war, wir jedoch auf eine Vorspeise nicht verzichten wollten, sollte es vorweg noch Tomaten – diesmal in fester Form – mit Mozarella und Basilikum geben.

Da die Tomatensauce insgesamt die meiste Zeit benötigt, fange ich immer mit ihr an. Die Zutatenliste ist recht kurz. Eine kleine Zwiebel (je nachdem, was im Hause ist, nehme ich auch gerne eine rote Zwiebel; bevorzugt nutze ich Schalotten), eine Knoblauchzehe, Weißwein zum Ablöschen, zwei kleine Dosen geschälte Tomaten und Basilikumzweige. Die Zwiebel wird in kleine Würfel geschnitten, die Knoblauchzehe in feine Scheiben. In einem Topf, der später auch noch die fertigen Nudeln aufnehmen kann, erhitze ich etwas Olivenöl und gebe Zwiebeln und Knoblauch zusammen mit einem Teelöffel Zucker zum Anschwitzen hinein. Auch wenn ich grundsätzlich darauf achte, Zucker möglichst zu meiden, gehört er hier in dieser kleinen Menge einfach hinein. Er mildert die Säure, die später auch durch die Tomaten kommt, etwas ab. Mit Weißwein wird nun abgelöscht. Ich nehme eine gefühlte Menge, die wohl zwischen 50 und 100 ml liegt. Der Alkohol verkocht und die Flüssigkeit wird reduziert. Anschließend kommen die Dosentomaten hinzu. Sie köcheln bei mittlerer Hitze, bis die Flüssigkeit fast verkocht ist. Zwischendurch rühre ich immer um. Am Anfang zerkleinere ich die Tomaten noch mit dem Rührlöffel; wenn sie erhitzt sind, geht dies leichter. Während die Sauce vor sich hin köchelt, können andere Arbeiten erledigt werden.

Stadien der Saucenzubereitung

Die Vorspeise kann in dieser Zeit gut vorbereitet werden. Ich habe die Tomaten in dickere Scheiben geschnitten und die Mozarellakugeln längs halbiert. Die auf einem Teller angerichteten Tomatenscheiben habe ich mit schwarzem Pfeffer und mit Mühlensalz gewürzt, die darauf platzierten Mozarellahälften weißem Pfeffer und mit dem schön groben Maldon Sea Salt. Ein paar Basilikumblätter aufgebracht und am Tisch mit feinem Olivenöl begossen – fertig ist eine einfache Caprese-Vorspeise.

Die Flotte Lotte

Wenn die Flüssigkeit der Tomatensauce fast eingekocht und verschwunden ist, gebe ich sie in eine Flotte Lotte. Die durchgedrückte Sauce hat eine fein-grobe Konsistenz. Weil sie nur wenig Wasser enthält, sind die Geschmacksstoffe recht intensiv und die Teigwaren können die Sauce gut aufnehmen. Sie kommt in den Topf zurück, den ich nur bei milder Hitze auf dem Herd stehen habe; die Sauce soll nur noch wärmen. Jetzt wird die Sauce gesalzen. Ein bis zwei Basilikumzweige gebe ich hinein zur Aromatisierung. In dieser Zeit koche ich meistens die Spaghetti. Bevor die Nudeln fertig gekocht sind, nehme ich das Basilikum heraus und gebe noch etwas dunklen Aceto Balsamico hinzu. Jetzt wird noch abgeschmeckt; es ist nicht immer klar, wie die Säurestruktur und die Salzung sich verhalten. Gegebenenfalls muss nachgewürzt werden. Wenn der Geschmack passt, werden die abgetropften Spaghetti in den Topf gegeben und mit der Sauce vermengt. Auf dem Tisch steht noch frisch geriebener Parmesankäse.

Insgesamt betrachtet ist die Zubereitung denkbar einfach. Für das Köcheln der Sauce sollte man eine Dreiviertelstunde veranschlagen. Mit der Hitzeeinstellung muss etwas experimentiert werden, da sich jeder Herd in Kombination mit dem jeweiligen Topf anders verhält.

Das Gericht lebt – wie immer in der Küche – von seinen Zutaten. Für die Dosentomaten habe ich nun ein Produkt gefunden, das sehr natürlich daherkommt, kein zugesetztes Wasser enthält und sich durch relativ feste und schmackhafte Tomaten auszeichnet. Der Weißwein ist von einer Güte, die man auch Freunden vorsetzen könnte. Die Spaghetti haben eine Oberfläche, die sie Sauce gut aufnehmen lässt.

Wie macht Ihr Eure Tomatensauce für die Spaghetti, was ist Euch dabei wichtig?

Frühlingspasta mit Rucola, Ricotta und Salami

Pasta geht immer. Und jetzt im Frühjahr – oder auch Nahezu-Sommer – ist es schön, sie mit frischem Grün zuzubereiten. Bei Chefkoch.de stieß ich vor längerer Zeit auf ein passendes Rezept, das ich neulich für die schnelle Frühlingsküche wieder entdeckte: Pasta vermengt mit einer cremigen Sauce aus Ricotta, Rucola, Pinienkernen und Salami Milano. Oder auf italienisch: Pasta Salami e Ricotta con Rucola.

Die Zubereitung ist denkbar einfach und relativ schnell. Ein paar Salamischeiben werden in einer Pfanne kurz angebraten; ich habe hier nur ein paar Tröpfchen Olivenöl genommen, die Salami für sich hat ja schon ausreichend Fett. Schnell werfen sie Blasen, wellen sich und verfärben sich leicht; dann muss man sie aus der Pfanne nehmen. Wenn sie etwas abgekühlt sind, schneide ich sie in Streifen. Ich habe auch darauf geachtet, nur soviel Scheiben in die Pfanne zu tun, dass sie alle den Pfannenboden berühren; bei mir waren es dann zwei Anbratdurchgänge. In die Pfanne kommt nun etwas Weißwein, so dass das verbliebene Salamiaroma gebunden werden kann. Während das ursprüngliche Rezept von 1 Esslöffel spricht, habe ich hier rund 30 ml genommen, damit eine ausreichende Menge da ist. Der Wein sollte nach meinem Geschmack ja auch ein wenig einköcheln können. Ist dies geschehen, kommen rund 50 ml Gemüsefond dazu und drei bis fünf Esslöffel Ricotta. Hier habe ich geschaut, dass die Menge des Ricottas ausreichend ist für eine cremige Konsistenz. Nachdem alles aufgekocht hat, ist nun noch das Abschmecken wichtig. Neben Pfeffer nahm ich dafür auch etwas geriebene Muskatnuss. Mit dem Salz war ich zurückhaltend, da die Salami ja eine gewisse Salzigkeit mitbringt.

Vorzubereiten sind noch die Pinienkerne, die ich – auch wenn es das ursprüngliche Rezept nicht sagt – in einer Pfanne ohne Öl angeröstet habe. So kann sich der Geschmack besser entfalten. Den Rucola habe ich zurechtgeschnitten und gewaschen. Und die Nudeln müssen natürlich gekocht werden. Ich habe Penne Rigate verwendet. Sie sind relativ klein und somit gabelfreundlich, können durch ihre Röhrenstruktur aber die Sauce ganz gut aufnehmen.

Wenn die Nudeln gekocht sind, kommen sie zu der Sauce in der Pfanne.  Die vorbereiteten Pinienkerne, der Rucola und die Salamistreifen kommen nun hinzu; alles wird miteinander vermengt. Das Pastagericht wird nun in den Tellern angerichtet und kann nach Belieben mit Parmesan ergänzt werden.

Die Idee dieser Zubereitung ist grandios. Salami und Rucola können leicht durch andere Fleischkomponenten und Salatgewächse ersetzt werden, so dass immer etwas jahreszeitlich Passendes mit der Sauce vermengt wird.

Im Fazit war mir die Salami etwas zu dünn für dieses Gericht und die Anbraterei; beim nächsten Mal würde ich auf eine andere Wurst bzw. leicht dickere Salamiart zurückgreifen. Und: Die Salzigkeit der Salami hatte ich überschätzt, so dass letztlich noch gut Salz nachgegeben werden musste. Schön ist, dass trotz des Ricottas die Sauce eine Leichtigkeit entfaltet, was sicherlich am Rucola liegt. Und so war der Genuss letztlich groß und ein feierabendliches Frühlingsgefühl stellte sich rasch ein.

Habt Ihr ähnliche Kombinationen bereits ausprobiert?